Was hilft gegen Zecken?

Steigen die Temperaturen, werden Zecken aktiv. Hier unsere Tipps zum Schutz gegen Zeckenstiche. Denn die kleinen Blutsauger können Krankheiten übertragen. Doch was hilft gegen Zecken?

Zecken lauern dort, wo es feucht, warm und dunkel ist. Im Unterholz im Wald, im hohen Gras und Gestrüpp am Wegesrand oder am Flussufer. Dort sitzen die Tiere meist in Kniehöhe. Streift sie ein Mensch oder Tier, springen sie in Sekundenbruchteilen über. Solange man in der Natur auf Gehwegen bleibt und nicht mit Gräsern, Sträuchern oder Bäumen in Berührung kommt, ist ein Zeckenstich unwahrscheinlicher. Aber auch in Parks und Gärten gibt es Zecken.

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Aktuelle Entwicklung: Neue Zecken-Risikogebiete in Deutschland

Zecken können zwei Infektionskrankheiten übertragen: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Im Jahr 2017 wurden deutlich mehr FSME-Erkrankungen in Deutschland diagnostiziert. Mit 499 Menschen sind es so viele wie seit über 10 Jahren nicht mehr. Forscher der Universität Hohenheim versuchen der Entwicklung auf die Spur zu kommen. Dabei fiel auf, dass sich die Risikogebiete und die Krankheit deutschlandweit von Bayern und Baden-Württemberg nach Norden ausbreiten. Vermehrt taucht die FSME-Erkrankung erstmals in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin auf. Und auch aus den Niederlanden wurde zum allerersten Mal von Erkrankungen berichtet. Gleichzeitig wandern neue Zeckenarten ein. Welche Gefahr von diesen neuen Arten ausgeht, wird derzeit analysiert.

Zecken entfernen

So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

Tragen Sie abseits der befestigten Wege im Wald und auf nicht gemähten Wiesen mit langen Grashalmen geschlossene Schuhe, Socken, lange Hosen, langärmelige Oberteile und eine Kopfbedeckung. Noch besser: die Hosenbeine in die Socken stecken. Auch Gummistiefel sind ein guter Schutz. Zecken klettern nicht höher als 1,50 Meter und klammern sich daher mit Vorliebe an den Hosenbeinen fest. Kinder sollten eine Kopfbedeckung tragen, weil sie kleiner sind. Am besten geeignet ist helle Kleidung, denn darauf sind Zecken leichter aufzuspüren.

Sprays und Lotionen mit Zeckenschutz

Anti-Zecken-Mittel, auch Repellents genannt, werden auf die Haut oder Kleidung aufgetragen. Sie bieten einen zeitlich begrenzten Schutz gegen Zecken, wirken aber meist nur ein bis drei Stunden. Darüber hinaus ist ihre Wirkung bei jeder Person unterschiedlich. Mittel gegen Zecken bestehen aus chemisch-synthetischen oder natürlichen Substanzen. Allerdings sind auch die Produkte auf pflanzlicher Basis nicht risikolos. Teebaumöl beispielsweise kann die Haut lichtempfindlich machen und Allergien auslösen. Der natürliche Wirkstoff Citriodiol ist potenziell schleimhautreizend.

So entfernen Sie Zecken

Suchen Sie die Kleidung und den Körper nach der Rückkehr aus der freien Natur gründlich ab. Zecken bevorzugen Stellen mit dünner Haut wie Kniekehlen, Armbeugen, Achsel- und Leistengegend. Mit einer Pinzette lassen sich die Spinnentiere einfach entfernen. Machen Sie dies sofort. In den ersten 24 Stunden „Haftzeit“ ist eine Ansteckungsgefahr gering, das Infektionsrisiko steigt mit der Zeitdauer an. Vermeiden Sie das Zerquetschen der Zecke und nutzen Sie keine Öle oder Cremes. Desinfizieren Sie stattdessen die Stichstelle.

Zeckenimpfung

FSME-Impfung – warum schützen?

Gegen FSME gibt es mit einer Impfung den sicheren Schutz. Die Borreliose verursacht eine Hautinfektion mit kreisförmiger Rötung. In fortgeschrittenen Stadien können – dies jedoch nur in Einzelfällen – Nerven-, Hirnhaut- und Gelenkentzündungen auftreten. Sollte eine Borreliose klinisch nachgewiesen werden, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.

Borreliose durch Zeckenstich?

Eine Übertragung der Borreliose findet in nur 3 Prozent aller Zeckenstiche statt. Zu klinisch manifesten Infektionen kommt es lediglich in 1 Prozent aller Stiche.

Gesundheits-beratungsApp

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Forscher untersuchen das Verhalten von Zecken

In der Forschung kommt ein Computermodell zum Einsatz, das künftige Prognosen zum Zecken-Risiko an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten abgeben soll. An über 100 Standorten werden dafür regelmäßig Zecken gesammelt und untersucht. Die Ergebnisse werden durch weitere Faktoren wie Klimadaten oder das Nahrungsangebot an den verschiedenen Standorten ergänzt. Die Auswertung soll Aufschluss geben, wie sich die Situation in Deutschland verändert. Die Frage ist, ob sich aus der Zeckendichte auch ein Krankheitsrisiko ableiten lässt oder wann und wo die FSME-Gefahr im kommenden Jahr besonders hoch sein könnte. Daneben werden die Lebensräume und die Verhaltensweisen der Zecken beobachtet, um wirkungsvolle Bekämpfungsstrategien zu entwickeln.

FSME – Gesundheitsrisiko durch infizierte Rohmilch

Eine neue Möglichkeit, sich mit dem FSME-Virus in Deutschland anzustecken, ist das Essen oder Trinken von Rohmilchprodukten. Laut Robert Koch-Institut (RKI) waren bisher nur sechs Fälle aus Österreich bekannt. Der erste Fall in unserem Land trat im Sommer 2016 auf. Die Erkrankten aßen Ziegenkäse bzw. tranken Ziegenmilch. Offenbar gelangte der von den Zecken übertragene Erreger über die Ziegen in die Milch. Das RKI geht davon aus, dass Produkte aus pasteurisierter Milch unbedenklich sind. Die FSME-Impfung schützt zudem auch vor der Ansteckung auf diesem neuen Übertragungsweg.

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