Zähneknirschen (Bruxismus) – Ursachen und Behandlung

Viele Betroffene sind überrascht, wenn sie beim Zahnarzt die Ursache ihrer Schmerzen erfahren: Bruxismus, das unbewusste Aufeinanderpressen und Aneinanderreiben der Zahnreihen, besser bekannt als Zähneknirschen oder Kieferpressen.

Das Knirschen mit den Zähnen geschieht oft nachts im Schlaf (Schlafbruxismus), kann aber auch tagsüber vorkommen (Wachbruxismus). Von ihrem Zähneknirschen erfahren viele Patienten erst, wenn die mechanische Belastung schmerzhafte Verspannungen und andere Symptome hervorruft. Dabei kann das Kieferpressen nicht nur Kieferschmerzen bewirken, sondern auch Auswirkungen auf den ganzen Körper haben.

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Zähneknirschen: Ist Stress die Ursache?

Im Volksmund „beißt man die Zähne zusammen“ oder „beißt sich durch“, um Belastungen besser auszuhalten. Zähneknirschen wird den sogenannten Parafunktionen zugeordnet, zu denen auch Fingernägelkauen oder Daumenlutschen zählen. Als parafunktional gilt in der Zahnmedizin ein Gebrauch des Kauorgans, der nicht seiner biologischen Funktion (Zerkleinerung der Nahrung) entspricht. Betroffen sind sowohl Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche. Bei Senioren wird Zähneknirschen selten beobachtet.
Die Ursachen des Bruxismus sind unklar. Fachleuten zufolge ist die Ätiologie multifaktoriell bedingt. Das heißt: Bei der Entstehung dieser Parafunktion spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Unbewusster Mechanismus

Ein Zusammenhang zwischen Bruxismus und seelischer Anspannung zeigt sich immer deutlicher. Gründe für vermehrtes Zähneknirschen können Ängste, Depressionen und persönliche Probleme sein. Forscher stellten zudem einen Zusammenhang zwischen Corona und Bruxismus her: Bei vielen Patienten verschlimmerte sich die Bruxismus-Problematik seit Beginn der Coronakrise. Wann und bei wem genau Stress zu ungesundem Kieferpressen oder Zähneknirschen führt, ist noch unklar. Deutlich wird in vielen Forschungen: Menschen benötigen individuell verschiedene Initialzündungen. Je höher das gefühlte Stresslevel jedes Einzelnen ist, desto anfälliger ist dieser Mensch für Zähneknirschen.

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Schäden der Zahnsubstanz können die Folge sein

Zähneknirschen und die damit verbundene Überbelastung des Kiefers können zu einer Reihe von Erkrankungen führen. Häufig treten Zahnschäden infolge unnatürlicher Abnutzung auf. Im Vergleich zur Abrasion (natürliche Abnutzung durch normalen Gebrauch im Laufe des Lebens) ist die Attrition (Abrieb) die übermäßige Abnutzung z. B. durch Bruxismus.

Durch die Attrition nimmt zunächst der Zahnschmelz Schaden, später auch tiefer gelegene Schichten der Zahnsubstanz. Mehrere Millimeter können verloren gehen. Daraus resultieren bei Weitem nicht nur ästhetische Probleme. Die Veränderung der Bisslage und damit ein Fehlbiss ist oft die Ursache einer Fehlregulation des Kiefergelenks und seiner Muskulatur mit weitreichenden Folgen. Zahnmediziner stellen sie im Rahmen einer Funktionsdiagnostik fest und bezeichnen sie als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Der Fachbegriff beschreibt das fehlerhafte Zusammenspiel zwischen dem am Schädel angewachsenen Oberkiefer und dem nur muskulär fixierten Unterkiefer.

Zahnfehlstellung und ihre Folgen

Der Kiefer ist über Nerven und Muskeln mit der Halswirbelsäule verbunden; die Fehlstellung kann daher zu Schmerzen im Nacken, der Kiefermuskulatur und im ganzen Körper führen. Beschwerden beim Kauen und Schlucken können hinzukommen. Zähneknirschen und die Fehlbelastung des Kauapparats – etwa durch einen ungünstigen Zusammenbiss – ziehen mitunter auch die Ohrenpartie in Mitleidenschaft; Patienten klagen über Ohrenschmerzen oder Tinnitus. Außerdem kann nächtlicher Bruxismus die Schlafqualität verschlechtern und so zu Übermüdung und Konzentrationsstörungen am Tag führen.

Bruxismus: Diagnose und Behandlung

Die Kieferheilkunde kennt verschiedene Behandlungsansätze. Diagnose und Ursachensuche erfolgen in der Regel beim Zahnarzt, der sichtbare Schäden am Gebiss schnell erkennt. Das Diagnosegespräch sollte auch ein psychologisches Screening beinhalten. Es handelt sich also um eine fachübergreifende bzw. interdisziplinäre Therapie. Wenn seelische Faktoren die Auslöser sind, gestaltet sich die Ursachensuche oft schwierig. Informationstherapie und Anleitung zu alternativen Bewältigungsstrategien bei Stress können helfen, etwa Entspannungsübungen wie Yoga oder eine Physiotherapie.

Eine Aufbissschiene (auch Knirscherschiene) ist ein Hilfsmittel, das vielfältig in der Funktionstherapie eingesetzt werden kann. Eine Knirscherschiene kann Einfluss auf das parafunktionale Verhalten nehmen oder therapeutische Ansätze verfolgen. Eine Knirscherschiene kann aber auch zum Schutz von Zähnen und zahnärztlicher Versorgung eingesetzt werden.

goDentis: Ihr Partner für Zahngesundheit

goDentis – Deutschlands größtes Qualitätssystem für Zahnärzte und Kieferorthopäden – setzt sich dafür ein, dass Patienten von einer hohen Behandlungs- und Servicequalität bei ihrem Zahnarzt profitieren. goDentis-Partnerzahnärzte erfüllen deshalb standardisierte Qualitätsmerkmale. Getreu dem Motto „Vorsorgen statt Nachsorgen“, liegt ein Schwerpunkt auf der Prophylaxe-Behandlung. Wer sich einen Überblick über zahlreiche Informationen zur Zahngesundheit verschaffen möchte, sollte einen Blick auf die goDentis-Homepage und auf den Instagram-Kanal werfen.

Bei seltener, anders nicht zu therapierender Überbeanspruchung der Kaumuskulatur kann auch der Einsatz von Botulinumtoxin im Einzelfall erwogen werden. Allerdings ist Botulinumtoxin ein Nervengift mit erheblichen Risiken, wie etwa Schluckstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und in schlimmen Fällen eine dauerhafte Einschränkung der Mimik. Deshalb ist der Einsatz von Botulinumtoxin niemals Mittel der ersten Wahl. Wenn jedoch unter Abwägung der Risiken ein seltener Einsatz vertretbar erscheint, kann es in große Kaumuskel injiziert werden und bewirkt dort eine mittelfristig anhaltende Muskelentspannung. Dadurch wird nach einiger Zeit der Muskel geschwächt und der damit verbundene Schmerz reduziert.

Entspannungsübungen helfen bei Zähneknirschen

Entscheidend zum Schutz vor Zahnschäden bei Bruxismus ist in erster Linie das Bewusstmachen der Angewohnheit. Bei Wachbruxismus fällt es leichter, die Neigung im Alltag zu kontrollieren und abzulegen. Entspannungsübungen wie Yoga, Tai-Chi oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress zu reduzieren, den Schlaf zu verbessern und die eigentlichen Ursachen des parafunktionalen Verhaltens zu beseitigen.

Die schnelle Frage zum Thema:

Knirschen Sie mit den Zähnen?

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