Urinwerte – Schnelltest und Laborwerte verstehen

Mit Urintests können unterschiedliche Erkrankungen der Nieren und Harnwege oder auch Stoffwechselerkrankungen erkannt werden. Wir sagen Ihnen, was hinter den Urinwerten stecken kann.

Urinprobe per Schnelltest: So funktioniert’s

Ein Urin-Schnelltest wird meistens bei Routineuntersuchungen durchgeführt – zum Beispiel in der Hausarztpraxis, bei Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft, bei der Aufnahme in ein Krankenhaus oder vor Operationen. Der Harn wird dann meist gleich vor Ort per Schnelltest ausgewertet. Die aufwendigere Möglichkeit ist, ihn im Labor zu analysieren. Auch für eine erste eigene Untersuchung zu Hause gibt es Schnelltests. Urin-Teststreifen können unter anderem in Apotheken erworben und selbst angewandt werden. Dabei testet man vorzugsweise den Morgenurin, also den ersten Urin des Tages. Wichtig ist dabei, den Mittelstrahlurin zu verwenden. Dieser wird nicht am Anfang, sondern in der Mitte des Wasserlassens gewonnen.

Und so einfach geht es: Teststreifen für einige Sekunden in den Urin tauchen. Nach 60–120 Sekunden zeigt sich das Ergebnis auf dem Urin-Teststreifen. Die Farbe zeigt an, in welcher Konzentration die jeweiligen Substanzen im Urin vorhanden sind.

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Urinwerte: von pH-Wert bis Zucker

Die Verfärbungen vergleicht man nun mit einer Farbtafel, die sich auf jeder Verpackung eines solchen Tests befindet. Sofort erkennt man, welche Farben im normalen Bereich liegen – und welche Urinwerte abweichen.

Folgende Urinwerte können im Schnelltest mit den Teststreifen untersucht werden:

  • pH-Wert
  • Eiweiß im Urin
  • Zucker (Glukose)
  • Keton
  • Nitrit
  • Bilirubin/Urobilinogen (ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs)
  • rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • weiße Blutkörperchen (Leukozyten)

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Teststreifen: was die Ergebnisse bedeuten

In der Routine-Diagnostik spielt der pH-Wert fast keine Rolle. Er ist im Grunde nur relevant bei Patienten, die wiederholt Nierensteine hatten. Der pH-Wert zeigt den Säuregehalt von Flüssigkeiten an. Die Verfärbung des Testfelds weist darauf hin, wie hoch der Säuregehalt des Urins ist. Der pH-Wert sollte zwischen 5 und 7 liegen. Dabei ist aber zu beachten, dass er auch bei Gesunden erheblichen Schwankungen unterliegt.
Werte unter 5 bedeuten: Der Urin ist zu sauer. Eventuell besteht dann ein erhöhtes Risiko für Harnsteine.
pH-Werte über 7 hingegen gelten als zu hoch. Der Harn ist zu alkalisch bzw. basisch. Das kann z. B. bei bakteriellen Harnwegsinfektionen wie Blasenentzündungen der Fall sein.

Urinwerte werden geprüft

Erythrozyten, Leukozyten, Harnwegsinfektion

Wird eine Urinprobe auf Eiweiße untersucht, so dient das in erster Linie dazu, rechtzeitig einen Nierenschaden zu erkennen – etwa infolge von
Diabetes oder nicht ausreichend behandeltem Bluthochdruck. Werden
Eiweiße, also Proteine, im Harn nachgewiesen, spricht man von einer sogenannten Proteinurie. Eiweiße im Harn können aber auch bei einer akuten Harnwegsinfektion vorkommen.

Auch wenn bei einem Urintest Erythrozyten (rote Blutkörperchen, Blut im Urin) nachgewiesen werden, kann ein Harnwegsinfekt die Ursache sein. In seltenen Fällen können sie auch ein Hinweis auf einen Tumor oder eine immunologische Nierenerkrankung (Glomerulonephritis) sein.

Wenn eine hohe Anzahl von Leukozyten, den weißen Blutkörperchen, festgestellt wird, spricht man von einer Leukozyturie. Meistens steckt dahinter ein Infekt der Harnwege. Wenn zusätzlich Nitrit im Harn nachweisbar ist, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine bakterielle Infektion.

Zucker im Urin weist auf eine Erkrankung hin, er ist immer pathologisch. Ist der Zucker- und Ketonwert zu hoch, könnte das ein Indiz für eine Entgleisung des Stoffwechsels sein. Relevant ist der Ketonwert vor allem bei Diabetespatienten.

Erhöhte Werte von Bilirubin/Urobilinogen in einer Urinprobe schließlich können ihre Ursache möglicherweise in einer Lebererkrankung haben.

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Urinuntersuchung: Laborwerte verstehen

Ein Urintest mit Teststreifen liefert erste Anhaltspunkte, ist aber nicht immer ausreichend. Ergibt eine selbst zu Hause durchgeführte Urinuntersuchung auffällige Werte, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Dann nämlich sind weiterführende Untersuchungen notwendig.

Urindiagnostik mit Sammelurin

Bei speziellen Fragestellungen zu Stoffwechselkrankheiten oder Hormonstörungen wird auch Sammelurin untersucht. Dafür wird der Harn über einen bestimmten Zeitraum, z. B. über 24 Stunden, in einem speziellen Gefäß gesammelt und anschließend die Konzentration verschiedener Substanzen im Labor analysiert.

Eine weitergehende Urinanalyse erfolgt durch die mikroskopische Untersuchung des Urinsediments im Labor. Dabei werden die festen Bestandteile des Urins unter die Lupe genommen und möglicherweise Anzeichen einer Nierenerkrankung sichtbar.

Zeigt der Urinbefund bzw. der Urinstatus, dass eine Urinprobe Bakterien enthält, kann mittels einer Urinkultur festgestellt werden, um welche Erreger es sich exakt handelt – in welcher Menge sie vorhanden sind und mit welchen Medikamenten sie zu behandeln sind.

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